Bibliografische Daten
- Erschienen: 31. August 2026
- Sprache: Deutsch
- Umfang: 311 Seiten, 87 Abbildungen, 61 Tabellen
- Format: 170 × 240 mm
- ISBN: 978-3-69018-026-9
- eISBN: 978-3-69018-027-6
- Preis: 30 Euro (Softcover)
Über den Inhalt
Klinische Routinedaten bergen großes Potenzial für die medizinische Forschung und daraus folgende evidenzbasierte Versorgung. Genutzt wird dieses Potenzial bislang allerdings nur unzureichend, weil die semantische Interoperabilität im Gesundheitswesen noch nicht flächendeckend erreicht ist. Am Beispiel der Abstoßungsdiagnostik nach Nierentransplantation zeigt diese Arbeit, wie bestehende Versorgungsdaten in semantisch interoperable Strukturen überführt und so nachhaltig nutzbar gemacht werden können.
Matthias Katzensteiner entwickelt ein Vorgehensmodell, das klinische Versorgungsdaten aus heterogenen Quellsystemen in ein standardbasiertes, semantisch interoperables Datenmodell überführt, und demonstriert dessen Umsetzbarkeit mit dem openEHR-Standard. Da Routinedaten unregelmäßig und fallindividuell im Zuge der klinischen Versorgung entstehen, ergänzt er die Integration um eine kontextbasierte Zeitreihenharmonisierung (kZH). Sie identifiziert klinische Ereignisse automatisiert und macht Behandlungsdaten kohortenweit vergleichbar. In der Erprobung führte dieses Vorgehen zu präziseren Vorhersagen maschineller Lernverfahren. Die entwickelten Datenvorverarbeitungsmethoden sind über die Transplantationsmedizin hinaus auf vergleichbare Szenarien datengetriebener Gesundheitsforschung übertragbar.
Das Buch richtet sich an Fachleute und Forschende aus Medizininformatik, klinischem Datenmanagement und Data Science im Gesundheitswesen, die Routinedaten nachhaltig für Forschung und klinische Entscheidungsunterstützung nutzbar machen wollen.
Der Autor
Matthias Katzensteiner
Matthias Katzensteiner studierte Medizinisches Informationsmanagement mit der Vertiefung Medizinische Informatik und schloss 2016 mit dem Master ab. Bereits während des Studiums arbeitete er am Institut für Humangenetik der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) und befasste sich in seinen Abschluss- und Studienarbeiten intensiv mit Datenbanken, Data Warehousing und Datenintegration. Seit Juli 2017 ist er an der Fakultät III der Hochschule Hannover tätig, zunächst im Forschungsprojekt „Screen-Reject Data Warehouse", seit 2020 im Zukunftslabor Gesundheit des Zentrums für digitale Innovationen Niedersachsen (ZDIN), wo Didaktik und Online-Lehre als Arbeitsschwerpunkte hinzukamen. Seit Juni 2024 bereitet er sich im Rahmen einer Tandemstelle, zu gleichen Teilen zwischen Hochschule und Industrie, auf eine HAW-Professur vor. Seit 2021 leitet er die Arbeitsgruppe „Datenmanagement in klinischen und epidemiologischen Studien" der GMDS. Seine Promotion zum Dr. rer. biol. hum. an der MHH schloss er im November 2025 mit magna cum laude ab.